She Inspires Schirmherrin Prof.ⁱⁿ Dr.ⁱⁿ Nicole Concin im Interview
Warum ist eine Initiative wie She Inspires aus Ihrer Sicht gerade jetzt notwendig?
Ich sehe aktuell sehr viele junge Nachwuchs-Gynäkologinnen, die enormes Potenzial mitbringen. Gleichzeitig ist der Weg in Führungspositionen nach wie vor herausfordernd. Initiativen wie She Inspires sind deshalb essenziell, um diese Kolleginnen gezielt zu begleiten, zu fördern und vor allem sicherzustellen, dass wir sie auf diesem Weg nicht verlieren.
Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell für Ärztinnen in der gynäkologischen Onkologie – insbesondere in Bezug auf Karriereentwicklung und Sichtbarkeit?
Die gynäkologische Onkologie ist ein Fachgebiet, das sich extrem dynamisch entwickelt. Es gibt laufend neue wissenschaftliche Erkenntnisse und am Puls der Zeit zu bleiben, ist eine große Herausforderung.
Besonders anspruchsvoll ist diese Phase während der Ausbildung, da sie oft mit zentralen Lebensentscheidungen wie Familienplanung und beruflicher Weichenstellung zusammenfällt. Alles unter einen Hut zu bringen – fachliche Weiterentwicklung, Karriereaufbau und Privatleben – ist für viele Ärztinnen ein echter Balanceakt.
Welche Bedeutung haben Mentoring und Netzwerke für die berufliche Entwicklung von Ärztinnen?
Mentoring spielt eine zentrale Rolle. Mentorinnen können ihre eigenen Erfahrungen weitergeben, Orientierung bieten und konkrete Möglichkeiten aufzeigen. Sie helfen dabei, Türen zu öffnen und stehen auch in schwierigen Situationen unterstützend zur Seite.
Netzwerke sind ebenso entscheidend. Sie ermöglichen nicht nur den persönlichen Austausch, sondern sind auch die Basis, um größere Projekte voranzutreiben. In Kooperation erreicht man oft mehr – vielleicht nicht immer schneller, aber nachhaltiger und mit größerer Wirkung.
Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit sich die Rahmenbedingungen für Ärztinnen langfristig verbessern?
Ein zentraler Punkt ist die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dafür braucht es vor allem mehr Flexibilität – insbesondere für junge Eltern.
Gleichzeitig müssen wir die Sichtweise auf Teilzeitbeschäftigung zum Zweck der Kinderbetreuung verändern. Teilzeit tätige Ärztinnen und Ärzte müssen als vollwertige, engagierte Teammitglieder gesehen werden, mit entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten. Es braucht also sowohl strukturelle Veränderungen seitens der Arbeitgeber als auch ein Umdenken in der gelebten Kultur.
Was möchten Sie jungen Ärztinnen mit auf ihren Karriereweg geben?
Meine wichtigste Botschaft ist: No pain, no gain.
Erfolg kommt nicht ohne Einsatz. Es braucht harte Arbeit, Engagement, Begeisterung und die Bereitschaft, die berühmte „Extrameile“ zu gehen. Wer Außergewöhnliches erreichen möchte, muss auch bereit sein, Außergewöhnliches zu leisten.
Gleichzeitig ist es wichtig, an sich selbst zu glauben. Viele Frauen neigen dazu, sich zu unterschätzen – das sollte man bewusst hinterfragen.
Was bedeutet She Inspires für Sie persönlich?
Für mich ist She Inspires eine großartige Möglichkeit, junge Kolleginnen aktiv in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Gleichzeitig bietet die Initiative die Chance, ein starkes Netzwerk von Frauen in der gynäkologischen Onkologie in Österreich aufzubauen.
Und nicht zuletzt ist der Austausch auch für uns Mentorinnen unglaublich inspirierend – die Energie und Motivation der jungen Generation wirken ansteckend und bereichernd.
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